Kulturveranstaltungen

Hans Gebser und die Generation von 27

Hans Gebser und die Generation von 27 Wikimedia

Das Instituto Cervantes Frankfurt präsentiert einen Vortrag zum Buch Todas las tardes son una sola, einem Werk von Anacleto Ferrer und Artur Heras, das einen faszinierenden Fall kulturellen Austauschs zwischen Spanien und Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Darin rücken der Ästhetikprofessor Anacleto Ferrer und der Maler Artur Heras die Figur des jungen preußischen Schriftstellers Hans Gebser in den Mittelpunkt, der – in der Nachfolge Rainer Maria Rilkes – in das republikanische Spanien des Jahres 1931 eintauchte und Freundschaften mit Federico García Lorca, Rafael Alberti, Vicente Aleixandre, Luis Cernuda und Miguel Hernández knüpfte.

Gebser übersetzte diese Dichter ins Deutsche, gab ihre Texte heraus und schrieb eigene Gedichte auf Spanisch. Einige davon sind in dem Band enthalten, zusammen mit sieben bislang unveröffentlichten Gedichten, die von Originalillustrationen Artur Heras’ begleitet werden. Diese treten in einen visuellen Dialog mit den Texten und erweitern deren interpretativen Horizont.

Darüber hinaus verortet das Buch Gebsers tiefgehende Auseinandersetzung mit der spanischen Kultur: Innerhalb weniger Monate beherrschte er die Sprache, erhielt Zugang zur spanischen öffentlichen Verwaltung und stieg bis zum hohen Beamten im Bildungsministerium auf. Er näherte sich dem Denken José Ortega y Gassets an und erforschte Rilkes Aufenthalt in Spanien. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg zog er nach Paris und ließ sich 1939 in der Schweiz nieder, wo er unter dem Namen Jean Gebser internationale Anerkennung mit seiner Bewusstseinsphilosophie erlangte.

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