Sniper jenseits des Comics: Heavies Tendres.
Wie schon Mariscal in den 80er Jahren ist Juanjo Sáez einer jener Künstler, die aus der Underground-Szene (dem legendären Fanzine „Círculo Primigenio“) hervorgingen und schließlich zu einer Ikone des modernen Barcelona der Jahrhundertwende wurden. Sein naiver, aber unverkennbarer Strich fand seinen Weg von emotionalen Hits für das Magazin Rockdelux auf die Seiten von El País, und seine Flyer für Clubs und DJs wurden zu großen Kampagnen für internationale Marken. Dazwischen liegen Bücher, die sich zwischen Comic und handschriftlicher Erinnerung bewegen, wie El arte. Conversaciones imaginarias con mi madre (2006), sowie seine eigene Produktionsfirma, um Projekte wie die Serie Arrós Covat (2010) oder diese „zarten Heavy-Metal-Fans“ voranzutreiben, die als Fernsehserie entstanden sind und nun als Spielfilm neu verfilmt wurden. Eine Geschichte über Jugendfreundschaft in der Hardrock-Szene der späten 80er Jahre und zugleich ein Porträt jenes Barcelona der Vororte und der „Chargna“, weit entfernt vom heutigen Postkartenbild. Besondere Erwähnung verdient der Einfallsreichtum seines Soundtracks, der Fans des Genres dazu bringen wird, mit dem Kopf zu nicken und zu rufen: „Melenas al vent!“
