Chronik der Hilflosigkeit: eine feministische Lesart des Bürgerkriegs
Elena Fortún erzählte vom Untergang der republikanischen Bourgeoisie und hielt in ihrem Werk fest, wie der Krieg in die Häuser eindringt und den Alltag zerstört. Ihre Erzählung sucht nicht nach der Epik der Schützengräben, sondern will den Hunger, den Schmutz und die Erschöpfung einer Hinterfront dokumentieren, in der alle Gewissheiten zerbröckeln.
Um dieses Vermächtnis zu analysieren, begleitet uns Nuria Capdevila-Argüelles, Professorin an der Universität Exeter und Expertin für die Wiedergewinnung der feministischen Erinnerung der Vorkriegszeit. Ihre redaktionelle Arbeit war entscheidend für die Wiederentdeckung grundlegender Texte wie Celia en la revolución (Celia in der Revolution) oder Oculto sendero (Verborgener Pfad), die unser Verständnis des Konflikts und des Exils neu definieren.
In dieser Begegnung werden wir untersuchen, wie Fortún die Zerstörung des häuslichen Raums und die direkte Konfrontation der Frauen mit der Gewalt auf der Straße dokumentiert, und wir werden einen Dialog darüber führen, wie Literatur zu einem materiellen Zeugnis des Krieges wird.