Leseklub: „Celia en la revolución“ von Elena Fortún
Celia en la revolución ist einem grundlegenden Werk, das jahrzehntelang verborgen blieb und sich heute als eines der hellsichtigsten Zeugnisse über den Spanischen Bürgerkrieg offenbart. Elena Fortún erzählt hier, fernab der Epik der Schützengräben, vom Zerfall des Alltagslebens im Madrider Hinterland: vom Hunger, vom Schlangestehen im Regen und von der Zerstörung des häuslichen Raums.
Durch die Augen einer Protagonistin, die ihre Unschuld verloren hat, werden wir Zeugen des Untergangs eines republikanischen Bürgertums, das zwischen den Fronten gefangen ist, und der Entdeckung einer Gewalt, die bis in die alltäglichsten Gesten sickert. Der Roman ist vor allem eine Chronik der Schutzlosigkeit und des Überlebens von Frauen in einer belagerten Stadt.
In dieser Sitzung werden wir untersuchen, wie Literatur zum materiellen Archiv der Erinnerung wird, und die Aktualität dieser Erzählung in der gegenwärtigen Debatte über unsere jüngste Vergangenheit diskutieren.
