Diese Veranstaltung ehrt Ricardo Bada (Huelva, 1939–2025), Journalist und Schriftsteller, der seine intellektuelle Laufbahn zwischen Spanien, Deutschland und Lateinamerika entwickelte. Seit 1963 lebte er in Köln und war über Jahrzehnte eine der bekanntesten Stimmen des spanischsprachigen Kulturjournalismus in Europa, insbesondere durch seine Arbeit bei der Deutschen Welle. Als Autor von Erzählungen, Lyrik und Essays arbeitete er regelmäßig für Medien in verschiedenen Ländern und zeichnete sich durch eine scharfsinnige, ironische und engagierte Schreibweise aus, die Literatur als Raum kritischer Reflexion verstand.
Im Rahmen der Hommage wird das Buch ¡Échate un pulso, Proust! („Na los, stell dich Proust!“) vorgestellt, das eine umfangreiche Auswahl der Artikel enthält, die Bada in der spansichen Kulturzeitschrift FronteraD veröffentlicht hat, herausgegeben von Alfonso Armada und Carlos G. Santa Cecilia. In seinen Texten begegnen wir den großen spanischen, lateinamerikanischen und deutschen Autorinnen und Autoren der letzten Jahrzehnte, mit denen Bada in Kontakt stand – von Julio Cortázar und Gabriel García Márquez bis hin zu Günter Grass und Heinrich Böll. Gleichzeitig spiegeln sie seinen unverwechselbaren Stil als Essayist und Kolumnist wider und zeigen, wie er auf intelligente, kritische und zugleich unterhaltsame Weise mit der literarischen Tradition in Dialog trat.
Nach der Buchvorstellung sprechen Patricia Salas (Deutsche Welle) und Alfonso Armada über die Figur und das Vermächtnis von Ricardo Bada. Das Gespräch beleuchtet die Entwicklung der Rolle des Kulturkorrespondenten seit dem 20. Jahrhundert, die Veränderungen der Medienlandschaft und die Bedeutung einer internationalen und kritischen Perspektive in der kulturellen Berichterstattung.
Alfonso Armada ist selbst Journalist, Schriftsteller und Herausgeber. Er berichtete über internationale Krisen wie die Belagerung von Sarajevo, den Völkermord in Ruanda und die Anschläge vom 11. September 2001 in New York. Er war Direktor des Masterstudiengangs Journalismus der spanischen Tageszeitung ABC und der Universidad Complutense, verantwortlich für das Kulturressort von ABC Cultural, war Gründer der Zeitschrift FronteraD und bis 2022 Präsident der spanischen Sektion von Reporter ohne Grenzen. Die Herausgabe von ¡Échate un pulso, Proust! wurde durch sein persönliches und berufliches Engagement möglich, das er mit Bada teilte, insbesondere in der Verteidigung eines Journalismus, der Kultur, den internationalen Kontext und öffentliche Verantwortung in den Mittelpunkt stellt.
