Kulturveranstaltungen

Äquatorialguinea, Literatur

Äquatorialguinea, Literatur Melibea Obono

Äquatorialguinea, bis 1968 spanische Kolonie, ist das einzige afrikanische Land mit Spanisch als Amtssprache. Nach der Unabhängigkeit gründete sich eine Präsidialdemokratie, doch schon ein Jahr später begann eine Phase autoritärer Regierungen, die bis heute andauert. Äquatorialguinea hat etwa 1,7 Millionen Einwohner. Dazu kommen Hunderttausende, die das Land verlassen haben, unter ihnen zahlreiche Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler.

Das von Karen Genschow kuratierte Symposium beginnt mit einer Einführung in die Geschichte Äquatorialguineas durch Augusto Iyanga Pendi, Historiker und Professor an der Universitat de València. Als Autor der Historia de Guinea Ecuatorial gilt er als einer der wichtigsten Experten für die Geschichte Äquatorialguineas.

Im Anschluss werden zwei Dokumentarfilme in Anwesenheit ihrer Regisseure gezeigt, jeweils gefolgt von einem Publikumsgespräch.

Negro Limbo von Lorenzo Benítez (2024) untersucht das Verschwinden von Acacio Mañe, einem antikolonialen Anführer Äquatorialguineas, während der spanischen Kolonialherrschaft. Anhand von Familienarchiven und Zeitzeugenberichten hinterfragt der Dokumentarfilm die offizielle Geschichtsschreibung und prangert den bis heute mangelnden Zugang zu den Dokumenten des Falls an.

Feguibox von Rubén Monsuy (2015) begleitet Salvador, einen jungen Boxer aus Äquatorialguinea, der davon träumt, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Der Dokumentarfilm zeichnet ein eindringliches Bild der Herausforderungen, mit denen junge Menschen in Äquatorialguinea konfrontiert sind – geprägt von Armut, aber auch von Einsatz, Widerstandskraft und der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Podiumsdiskussion über die Literatur Äquatorialguineas, die ihre Wurzeln in der mündlichen Überlieferung hat und sich in einem kulturellen Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne entwickelt.

Mit dem 1959 begangenen Mord der spanischen Kolonialherren an einem äquatoguineanischen Unabhängigkeitskämpfer. Trifonia Melibea Obono (1982) untersucht in ihren Romanen und Erzählungen die Widersprüche der traditionellen Gesellschaft ihres Landes. Joaquín Mbomío Bacheng (1956) erzählt in El párroco de Niefang vom Dilemma eines Priesters zwischen Christentum und Tradition. Mbomío wurde vom guineischen Regime verhaftet und angeklagt und lebt im französischen Exil.

Trifonia Melibea Obono zählt zu den bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Literatur Äquatorialguineas. In ihren Romanen setzt sie sich mit Themen wie Geschlechterrollen, LGBTQ-Identität, Kolonialgeschichte und dem Widerstand gegen patriarchale Strukturen auseinander.

Joaquín Mbomío Bacheng ist Journalist und Autor historischer Roman

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