Estaré sola y sin fiesta, von Sara Barquinero
Das Instituto Cervantes in Frankfurt präsentiert ein Gespräch mit Sara Barquinero und Kirsten Brandt rund um einen unerwarteten Fund: ein Tagebuch aus dem Jahr 1990, das neben einem Müllcontainer in Zaragoza entdeckt wurde. Das scheinbar weggeworfene Heft gehört einer Frau namens Yna, deren Identität und Geschichte sofort eine Reihe von Fragen aufwerfen. Wer ist Yna? Unter welchen Umständen schrieb sie diese Seiten? Und warum landeten sie Jahrzehnte später vergessen auf der Straße? Von diesem Fund ausgehend beginnt eine intime und zugleich literarische Recherche. Die Protagonistin des Buches versucht, Ynas Leben zu rekonstruieren, indem sie den Spuren folgt, die das Tagebuch hinterlässt, und sich besonders auf die Suche nach einem Mann konzentriert, in den Yna offenbar tief verliebt ist. Im Verlauf dieser Suche verwandelt sich das, was zunächst wie eine bloße Neugier erscheint, nach und nach in eine tiefere Auseinandersetzung mit Erinnerung, Begehren und Identität. Sara Barquinero, 1994 in Zaragoza geboren, entwirft so das Porträt einer Frau, die sich in einer existenziellen Krise befindet, aus der sie keinen klaren Ausweg zu finden scheint. Das Auftauchen der gefundenen Seiten wird zum Auslöser einer obsessiven Suche, die schließlich ihr persönliches Leben beeinflusst, Teile ihrer Beziehungen zu ihrem Umfeld erschüttert und auch ihr eigenes berufliches Leben in Spannung versetzt. Auf diese Weise eröffnet der Roman einen Raum zur Reflexion darüber, wie sehr uns die Geschichten anderer berühren können – bis zu dem Punkt, an dem sie beginnen, unsere eigene zu verändern.
