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Neue Kinoschwärmereien

Diese Filmreihe zeigt Autorenfilme, die darauf aus sind, unermüdlich die Komplizenschaft mit dem Zuschauer zu suchen. Die spanische Filmkunst kann eine Vielzahl an Regisseuren vorzeigen, die formale oder thematische Risiken eingehen, am Rande des regelkonformen oder konventionellen Kinos. Die unterschiedlichen alternativen Erzählformen oder Horizonterweiterungen, wodurch Kino an Bedeutung gewinnt, erweitern die Bandbreite. Vier Filme stellen eine interessante Momentaufnahme dieses Kinos dar, welches seine Bedeutung durch die Bestimmtheit erlangt, mit welcher es den Zuschauer zwingt, ihm einen Sinn beizumessen.

Neue KinoschwärmereieDie Kinoreihe zeigt vier sehr unterschiedliche Filme, die, es muss im Voraus erwähnt werden, auf unterschiedliche Weise das Drama aufarbeiten.

Den Auftakt bildet Hermosa Juventud von Jaime Rosales, mit dem wahrscheinlich talentiertesten und mutigsten Regisseur des Experimentierens und Suchens unter den aktuellen Schöpfern. Er erfindet in jedem seiner Filme die formale Struktur einer Erzählung immer wieder neu, was den Mut erkennen lässt, mit dem er die Suche nach dem Wesen des Kinos angeht. Dieser Film erzählt die Geschichte eines jungen arbeitslosen Paares und spiegelt so das heutige Spanien wider sowie die Verzweiflung, ein Leben ohne Perspektiven leben zu müssen.

Der nächste Film, La mosquitera, ist eine erschütternde Annäherung an den Schmerz, an den Verlustzustand und die Desorientierung, an der die Protagonisten leiden. Die Radikalität mit der die Situationen der inneren Unruhe und des Elends gezeigt werden, denen sich die Protagonisten gegenüber sehen, zeichnet ein wenig angenehmes Bild der heutigen Subjektivität.

Stella Cadente wiederum erzählt von der flüchtigen Herrschaft des Amadeo de Saboya in Spanien, der 1870 versuchte, Ordnung und Modernisierung in einem unregierbaren Land einzuführen. Luis Miñarro, von den Kritikern mehrmals als indie-Regisseur bezeichnet, stellt eine historische Thematik mit einer persönlichen Ästhetik dar, nach dem Vorbild anderer Werke wie Honor de Caballería.

Artico schließt die Filmreihe mit einer Annäherung an eine Welt der Arbeiter und der niederen sozialen Klassen und zieht eine Bilanz aus der Unmöglichkeit von dort auszubrechen und aus der Logik, die immer noch in manchen Köpfen vorherrscht, wo die Hoffnung für die Jüngsten, die in deprimierten Vorstadtmilieus leben,  ein unmögliches Konzept ist.

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