Der Graphic Novel: Das Haus.
Paco Roca ist zu Recht der Bestsellerautor unserer zeitgenössischen Comicszene. Seine Geschichten verbinden die flüssige Erzählkunst und meisterhafte Zeichentechnik mit rundum gelungenen Drehbüchern, die es verstehen, große Themen mit einer ungewöhnlichen Ausgewogenheit zwischen Emotion, Nähe und Genauigkeit anzusprechen. Von der Beziehung zu unseren Ältesten in *Arrugas* über das historische Gedächtnis in *Los surcos del azar* bis hin zum jüngsten Werk *El abismo del olvido*. Nach mehreren Adaptionen mit unterschiedlichen Ergebnissen in Inhalt und Form scheint er in dem Filmemacher Alex Montoya einen Komplizen gefunden zu haben, der all diese Werte auf die Leinwand übertragen kann. Beide teilen ihre valencianische Herkunft und die Leidenschaft für den Comic, denn Montoya ist ebenfalls einer dieser beneidenswerten Filmemacher-Zeichner. Nachdem sie bereits am Plakat für sein Debütwerk „Asamblea“ () zusammengearbeitet hatten, vertraute Roca ihm die Verfilmung seines persönlichsten Werks an, das auf seinen eigenen Erfahrungen nach dem Tod seines Vaters basiert. Das Engagement ging so weit, dass das im Comic dargestellte Familienhaus als echter Drehort diente, was dem Ganzen eine zusätzliche Authentizität verleiht, die in jeder Einstellung spürbar ist. Das Ergebnis ist ein bewegendes Familienporträt, das beim Festival von Málaga mit fünf Preisen abräumte und bei den Goyas zwei Nominierungen erhielt.
Nach dem Tod ihres Vaters treffen sich drei Geschwister im Elternhaus, in dem sie ihre Kindheitssommer verbracht haben. Es gilt zu entscheiden, was mit dem Haus geschehen soll, was sich als schwieriger als erwartet herausstellt. Mit einem bittersüßen, von Humor durchzogenen Ton erzählt uns „La casa“ von Familie, Erbe und dem unaufhaltsamen Vergehen der Zeit – alles unter dem Blick des Hauses als Zeugen. (A Contracorriente Films)
