Bücherecke: Madrid, die belagerte Stadt (1936-1939)
Die Bibliothek eröffnet einen neuen Ausstellungsbereich, der dem materiellen Gedächtnis des Spanischen Bürgerkriegs gewidmet ist und sich auf die Erfahrung Madrids als Schauplatz eines alltäglichen und grausamen Widerstands konzentriert. Unter dem Titel „Madrid, die belagerte Stadt“ versammelt diese Bücherecke eine Auswahl an Erstausgaben, Zeugnissen und Werken aus unserem Bestand, die die Verwandlung der Hauptstadt in eine bewohnte Front dokumentieren. Durch die Stimmen von Elena Fortún, Arturo Barea, Agustín de Foxá oder Manuel Azaña schlägt die Ausstellung einen ungefilterten Weg durch das Madrider Hinterland vor. Vom gewaltsamen Ausbruch mit dem Sturm auf die Montaña-Kaserne bis hin zur Repression in der republikanischen Zone und den Gefangenentötungen halten die Texte fest, wie der Krieg aufhörte, bloße militärische Taktik zu sein, und zu einer verdorbenen Atmosphäre aus Verdacht und Blut wurde. Gezeigt werden Stücke, die Hunger, Bombenangriffe und die Auflösung der häuslichen Ordnung dokumentieren. Sie laden die Besucher dazu ein, bei der Literatur zu verweilen – nicht als Fiktion, sondern als physisches Dokument der Schutzlosigkeit einer Stadt, in der sich die politische Gewalt in den Hausfluren und Kellern einnistete.
