Piedad Bonnett (Amalfi, Kolumbien, 1951) ist eine Lyrikerin, Erzählerin, Dramatikerin und Essayistin. Sie wurde mit bedeutenden Auszeichnungen geehrt, darunter der Premio Casa de América de Poesía Americana (2011), der Premio Nacional de Poesía de Colombia und der Premio Reina Sofía de Poesía Iberoamericana (2020), die sie als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen hispanoamerikanischen Lyrik etablieren. Ihr Werk zeichnet sich durch einen nüchternen und reflektierten Stil aus, der sich auf die menschliche Fragilität, Trauer, Identität und psychische Erkrankung konzentriert.
Ihre lyrische Stimme hat Werke wie El hilo de los días (1995), Los habitados (2015) und Los hombres de mi vida (2025) hervorgebracht, in denen sie eine klare, auf die intime Beobachtung der Lebenserfahrung gestützte Sprache entfaltet. In der Prosa ragt Lo que no tiene nombre (2013) hervor, ein autobiografisch geprägtes Werk über den Suizid ihres Sohnes.
Im Rahmen des Zyklus «Bibliotecario por un día» stellt Bonnett eine Auswahl von Lektüren vor, die ihre intellektuellen und emotionalen Interessen widerspiegelt, in der die Lyrik eine zentrale Rolle spielt, aber auch die zeitgenössische Erzählprosa und der Essay vertreten sind. In ihrer Auswahl erscheinen zentrale Stimmen der spanischsprachigen Literatur wie Blanca Varela, Idea Vilariño, Juan Gabriel Vásquez oder Rosa Montero sowie Autoren wie Enrique Vila-Matas, die die Grenzen von Fiktion und Erinnerung ausloten.
Aufnahme vom 20. April 2026 in der Biblioteca Mario Vargas Llosa des Instituto Cervantes Berlin.
